Unverkennbar

Ausstellung vom 04.11.– 11.11.2006, im Atelier Goldlinie
Sehen Sie Arbeiten folgender Goldschmiede:
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Claudia Adam und Jörg Stoffel
Dem Schmuckdesignerpaar Claudia Adam und Jörg Stoffel geht es um die Erarbeitung neuer Gestaltungsansätze und Sichtweisen, sowie deren Umsetzung in Stein und Metall. So greifen Idee, Inhalt und Emotion unter die sichtbare Oberfläche und verschmelzen zu Formen, die in stillen Dialog mit seinem/r Träger/in treten. So wird beispielsweise der Schwere ein Stück "Leichtigkeit" geschenkt oder in der neuen Gestaltungsreihe "aeria" dienen ausgearbeitete Bergkristallspitzen als Sensoren für einströmende Sinneswahrnehmungen.
Zum Thema "balance" entstanden die Prototypen "eo ipso" im Kontext zu Zeit und Bewegung; Rutilquarze u. Bergkristalle als Bewegungsobjekte, die aus eigener Kraft heraus ihre Drehrichtung zu ändern vermögen.

Thomas Stoffel
Thomas Stoffel verfügt über ein sensibles Gespür für die natürlich bedingte Ausdruckskraft der Edelsteine. Kein vordergründiger Gestaltungswille lässt formale Spielereien in Konkurrenz zum Eigenleben des Steinmaterials treten. Im Gegenteil, es scheint fast so, als sei der Stein in dieser schlichten Anmutung neu gewachsen.
In einfachster Formensprache erzählen seine Schmuckunikate von der Kraft und Einzigartigkeit der natürlich gewachsenen Kostbarkeiten. Wie beseelt vermag das Farb- und Lichterspiel den Betrachter und Träger gefangen nehmen. Die prägnante und schlichte äußere Form der Schmuckstücke lässt kaum vermuten, wieviel Entwicklungsarbeit und technische Details den jeweiligen Schöpfungen zugrunde liegen.
Womöglich ist der Zeitpunkt dieser Schmuckwerke günstig gewählt, denn immer mehr Menschen beschäftigen sich mit der Kraft der Edelsteine. Vielleicht ist es die Suche nach einer Urkraft, die aufgrund eines doch verblichenen Christentums an die Stelle göttlicher Kraft gehoben wird? Womöglich spielen hier auch die wieder entdeckten Heilwirkungen des Ayurveda oder der Hildegard von Bingen ihren Part.
In jedem Fall können die Ringe von Thomas Stoffel ob gewollt oder unbewusst, neben dem Schmuckbedürfnis auch das Urbedürfnis des Menschen nach Schutz und Geborgenheit, Begleitung und Heilung beantworten.

Annette Kunze-Schumann
Unikate von schlicht bis luxuriös, von reduziert bis üppig, die ganze Bandbreite der Möglichkeiten zu zeigen, ist die eine Seite.
Die andere Seite ist die Lebensfreude, die diese Schmuckstücke durch Individualität und Schönheit bei der Trägerin oder beim Träger auslösen. Meine Kreationen passen sich nicht jeder Garderobe an oder ordnen sich beliebig unter. Sie schaffen sich eine eigene Ausstrahlung durch kraftvolle Farbgebungen und / oder durch eine ganz eigene Formensprache. Sie wecken Emotionen, sie geben der Phantasie Nahrung, sie nehmen ihren Raum ein, sie sprechen das Innere der Menschen an.
Voraussetzung dafür ist die Sensibilität des Betrachters, das sich Einlassen wollen auf den Schmuck. Wenn ein Stück den Menschen erreicht, so ist diese "Beziehung" von langjähriger Dauer. Denn Schmuck will begehrt sein – und auch begehrenswerter machen -, er will gezeigt werden und er will in guten wie in schlechten Zeiten mit seiner Trägerin oder seinem Träger durch dick und dünn gehen.
